Eine Case Study

Elektro-Lkw im Großbetrieb: Wie ASKO Norwegens größte E-Lkw-Flotte managt

700 Lkw, 300 davon elektrisch, 50 weitere CO2-neutral: das sind die beeindruckenden Fuhrparkzahlen von ASKO, Norwegens führendem Lebensmittelgroßhändler, der zur NORGE-Gruppe gehört. Mehr als 20 % der gesamten elektrischen Lkw-Flotte Norwegens fahren heute für ASKO und werden über PANION gesteuert.

Vor sechs Jahren sah das noch ganz anders aus. Damals hatte ASKO als eines der ersten Unternehmen, das auf elektrischen Schwerlastverkehr setzte, zehn E-Lkw in der Flotte. Schnell war den Verantwortlichen klar, dass es bei der Elektrifizierung um viel mehr als den Kauf neuer Fahrzeuge geht. „Bei Diesel-Lkw muss man sich keine Gedanken über Batteriekapazität, Ladezeiten oder die Verteilung des verfügbaren Stroms auf die verschiedenen Fahrzeuge machen. Wir haben früh erkannt, dass das Probleme sind, die es zu lösen gilt, sobald die Zahl der elektrischen Lkw wächst“, erzählt Arne Bjone, Entwicklungs- und Projektleiter für Transport bei ASKO NORGE.

ASKO war es von Anfang an wichtig, Lösungen zu finden, die nicht auf dem Papier gut klingen, sondern in der Praxis funktionieren. Auch wenn die Ladeinfrastruktur anfänglich ausreichend war, um alle E-Lkw parallel zu laden, war klar, dass sich das ändern würde. „Wir wussten, dass wir langfristig deutlich mehr Fahrzeuge als Ladestationen haben würden. Deshalb wollten wir frühzeitig mit der Entwicklung einer Lösung beginnen. Solche Systeme brauchen Zeit zum Aufbau, und wir wollten bereit sein, wenn der Bedarf entsteht“, sagt Bjone.

Gesagt, getan: ASKO begab sich auf die Suche. Fündig wurden sie, als sie auf k2.mobility stießen. In enger Kooperation mit ASKO haben wir gemeinsam PANION entwickelt: eine Software, die die Planung und Steuerung von Ladeprozessen übernimmt. Aus einem Pilotprojekt ist heute eine Lösung geworden, die bei allen ASKO-Gesellschaften installiert ist. Aber zurück zu den Anfängen.

Partner-Logo ASKO

Norwegens größter Lebensmittelgroßhändler.

Mehr als 700 Lkw und 19 Standorte. Mehrschichtiger Lieferbetrieb mit mehreren Touren pro Tag

Eigene Fahrzeuge, Subunternehmer und externe Transportdienstleister. Über 300 Elektro-Lkw verschiedener Hersteller

Rund 125 Ladegeräte mit mehr als 345 Ladepunkten. Integration verschiedener Telematik- und Transportmanagement Systeme.

E-Lkw Flottenmanagement Software: Wie ein Pilotprojekt zur Skalierungslösung wurde

Als die Zusammenarbeit 2022 begann, waren wir ein junges Unternehmen mit einem großen Kunden: ASKO. Unsere absolute Stärke: Zuhören. Anstatt Power-Point-Schlachten zu veranstalten, haben wir den Kunden kennengelernt. Wie läuft der Betrieb? Auf welchen Touren sind die E-Lkw unterwegs, welche Depots gibt es, welche Eigenheiten bringen sie mit? Erst dann haben wir eine Lösung entwickelt. Für diesen Markt, für diese Flotte. „Das war keine Lösung von der Stange, sondern eine maßgeschneiderte Software, die ganz genau zu den Anforderungen von ASKO passt“, erklärt Tobias Zschech, Lead Program Manager bei k2.mobility. „Ich glaube, ASKO hat gespürt: Die wollen das wirklich verstehen.“

Integriertes Lademanagement für E-Lkw: Netzkapazität, Priorisierung und Kostenoptimierung

Aber wie genau funktioniert nun die Flotten- und Lademanagementplattform? PANION analysiert in Echtzeit die Ladestände der Fahrzeuge, die Energieversorgung sowie den operativen Status der E-Lkw-Flotte und hilft bei der Priorisierung: Welche Fahrzeuge sollen wann geladen werden, und wie wird die verfügbare Netzkapazität am besten verteilt? Das Ergebnis ist ein flexibler und effizienter Ladealltag. „Das Tolle an PANION ist, dass das System die Komplexität für uns übernimmt. Wir haben unterschiedliche Batteriegrößen, verschiedene Fahrzeuge und unterschiedliche Ladestationen. Trotzdem müssen alle E-Lkw genau dann einsatzbereit sein, wenn sie gebraucht werden“, erklärt Bjone. Doch das ist nicht alles: „PANION hilft uns außerdem, operative Anforderungen mit wirtschaftlichen Überlegungen zu verbinden. Wenn wir Ladezeiten besser planen und Phasen mit niedrigeren Strompreisen nutzen können, senken wir unsere Energiekosten, während der Betrieb aufrechterhalten bleibt.“

E-Lkw Software in der Praxis: Warum operative Akzeptanz über Projekterfolg entscheidet

Bjone ist überzeugt, dass der enge Dialog zwischen ASKO und k2.mobility entscheidend für das gute Ergebnis war. „k2 hatte direkten Zugang zu den Menschen, die die Lösungen tatsächlich nutzen. Sie haben mit Fahrern, Transportleitern und anderen operativen Mitarbeitern gesprochen, die den Alltag mit E-Lkw am besten kennen. Dadurch konnte ein System entwickelt werden, das zu ihren Bedürfnissen passt und echte Probleme löst.“

 

Die größte Herausforderung bei der Transformation ist schließlich nicht die Technik, sondern das Umdenken. Jahrelange Erfahrung im Umgang mit Diesel muss nun neuen Fragen Platz machen: Wann lade ich? Welches Fahrzeug bekommt welche Tour? Wie plane ich mit Kilowattstunden statt Litern? „ASKO ist mit Mut, Optimismus und einer gehörigen Portion Avantgarde-Geist vorangegangen. Sie haben nicht auf den idealen Moment gewartet, sondern einfach angefangen, gelernt, angepasst, und dann am Ende sehr erfolgreich skaliert. Die Disponenten sagen heute, dass PANION sichtbar macht, was früher Erfahrung und Bauchgefühl war. Fahrer schätzen die Ruhe, die Sauberkeit und die Modernität der Fahrzeuge. Viele wollen gar nicht mehr zurück“, berichtet Tobias Zschech von seinen Erfahrungen im Projekt.

mehr Auftragsabwicklung mit E-Lkw
0 %
Steigerung der Infrastrukturauslastung
0 %
Zunahme der E-Lkw-Schichten pro Tag
0 %
Ersparnis bei den Ladekosten
100 %

We now feel comfortable to further continue the ramp up of our fleet of electric trucks leading to a fossil free transportation by 2026.

Von 10 auf 300 E-Lkw: Skalierung elektrischer Lkw-Flotten in Norwegen

Dank der guten Zusammenarbeit konnte ASKO die Elektrifizierung immer weiter skalieren. 2024 war PANION an sieben Standorten ausgerollt, 84 E-Lkw und 150 Touren wurden täglich mit der Software gesteuert. 2025 waren es schon 15 Standorte, 170 E-Lkw und 300 Touren. Heute ist PANION in allen 300 E-Lkw und an sämtlichen ASKO-Standorten, 19 an der Zahl, ausgerollt.

Das wirkt sich besonders positiv auf die Produktivität aus: Wurde 2024 noch im Ein-Schicht-Betrieb mit den E-Lkw gearbeitet, fahren die Stromer seit 2026 im Zwei-Schicht-Betrieb. Die Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge hat sich also verdoppelt. Da kommen eine Menge Kilowattstunden zusammen: 18 Millionen, um genau zu sein, verbraucht die Flotte in einem Jahr. Diese Leistung von 18 Gigawattstunden entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch einer Kleinstadt mit 5.000 Haushalten.

CO2-neutrale Lkw-Logistik bis 2028: ASKOs Weg zur vollständigen Elektrifizierung

Das Ziel ist klar: In drei bis vier Jahren möchte ASKO vollständig CO2-neutral sein. „Gerade fehlen noch Verkehrsknotenpunkte, infrastrukturell, um auch die elektrische Langstreckenlogistik zukunftssicher zu machen. Interessanterweise gehen die Skandinavier dieses Thema trotz größerer Distanzen und dünnerer Besiedlung früher an als wir in Zentraleuropa. Und k2.mobility ist dabei: Wir sind Teil europäischer Forschungsprojekte, die einen belastbaren Grundstein für elektrische Langstreckenlogistik in ganz Europa legen“, berichtet Zschech von den Zukunftsplänen.

 

„Viele reden immer noch darüber, wie elektrischer Schwerlastverkehr in der Praxis funktionieren kann. Wir haben uns darauf konzentriert, Lösungen zu finden und umzusetzen. Die Zusammenarbeit mit k2 und die Entwicklung von PANION ist ein gutes Beispiel dafür, wie starke Partnerschaften die Elektrifizierung in der Praxis ermöglichen“, kommentiert Bjone.

„In den letzten vier Jahren hat sich unsere Zusammenarbeit mit ASKO von einem frühen Pilotprojekt zu einer Full-Scale-Lösung für das Management elektrischer Fahrzeugflotten entwickelt. Gemeinsam haben wir gezeigt, dass intelligentes Laden und Planen nahtlos in komplexe Logistikoperationen integriert werden kann. Bei diesem Erfolg geht es nicht nur um Technologie, sondern auch um die starke und lösungsorientierte Partnerschaft, die wir aufgebaut haben“, schließt Zschech.

Let’s start a conversation

Markus Kröger, Managing Director, K2 Mobility

Markus Kröger

Managing Director

Ulrich Kalex, Managing Director, K2 Mobility

Dr. Ulrich Kalex

Managing Director